Mein Programm für Freiburg

Liebe Freiburger*innen,

mein Name ist Monika Stein. Ich möchte Freiburgs erste Oberbürgermeisterin werden. Dabei werde ich von einem breiten, progressiven Bündnis aus dem Gemeinderat und der Zivilgesellschaft unterstützt, das der Meinung ist: Freiburg kann mehr!

Ich bin überzeugt, dass wir mehr tun können für die Gerechtigkeit auf dem Wohnungsmarkt, bei der Klimaanpassung und für Bildungsgerechtigkeit von Beginn an. Ich bin in Freiburg geboren, im Dreisamtal aufgewachsen und wohne seit dem Studium in Freiburg. 24 Jahre lang habe ich als Lehrerin gearbeitet, zehn Jahre davon in Freiburg. Ich kenne unsere Stadt deswegen gut. Ich kenne sowohl die Chancen, als auch Herausforderungen, die es in Freiburg gibt und die wir gemeinsam mit Gemeinderat, Stadtverwaltung und den Akteur*innen und Initiativen der Stadtgesellschaft mutig angehen müssen.

In meinem Programm für Freiburg benenne ich meine Vision für Freiburg. In elf Kapiteln steht, was ich in den nächsten acht Jahren vorhabe.

Bezahlbarer Wohnraum

Wohnen darf kein Luxus sein: Freiburg braucht faire Mieten, mehr sozialen Wohnungsbau und eine Stadt, die konsequent gegen Leerstand und Mietwucher vorgeht.

Die Lebenshaltungskosten sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Menschen mit niedrigen Einkommen, mit Kindern oder persönlichen Belastungen sind davon besonders stark betroffen. Auch wenn Armut schambehaftet und daher oft nicht sichtbar ist: Freiburg ist eine Stadt, in der Armut für viele Menschen Alltag ist.

Die Mehrheit der Freiburger*innen sind Mieter*innen und dadurch besonders belastet von den immer weiter steigenden Mieten. Für sie gibt es noch immer zu wenig bezahlbaren Wohnraum, zu wenig Sozialwohnungen und Wohnungen in öffentlichem Besitz. Nicht hinnehmbar ist, dass in unserer Stadt noch immer Wohnungen illegal leer stehen oder zu Wuchermieten vermietet werden und damit die Not der Menschen schamlos ausgenutzt wird.

Als Oberbürgermeisterin möchte ich, dass Freiburg vor allem eine soziale und solidarische Stadt ist. Ich möchte dazu beitragen, dass alle spürbar ein Stück entlastet werden und gesellschaftliche Teilhabe für niemanden aufgrund des eigenen Geldbeutels verhindert wird. Die größte Aufgabe liegt hier bei bezahlbaren Mieten.

Ich werde deswegen konsequent gegen Leerstand und Mietwucher vorgehen und das Referat für bezahlbares Wohnen wieder breit aufstellen. So kann die Stadtverwaltung ein ernstzunehmender Akteur für faire Mieten sein und Mieter*innen im Ernstfall besser unterstützen. Bestehende Wohngebiete mit Potenzial müssen behutsam saniert und günstige Mieten gesichert werden. Bevor große, neue Flächen versiegelt werden, muss gründlich geprüft werden, wo sinnvoll aufgestockt oder nachverdichtet werden kann, wobei alle Stadtteile dafür in den Blick genommen werden müssen.

Im Grundsatz muss dabei immer gelten: Wir brauchen eine Bauwende. Das heißt konkret: Sanierung und Erweiterung von Bestandsgebäuden müssen Priorität vor Abriss und Neubau haben. Das spart graue Energie und vermeidet weitere Steigerungen des Mietspiegels. Energetische Sanierungen von Bestandsgebäuden müssen so gefördert und umgesetzt werden, dass sie Klimaziele erreichbar machen und für Mieter*innen spürbar die Neben- und Energiekosten senken. Gebäude der Freiburger Stadtbau müssen hierfür als Good-Practice-Beispiele vorangehen. Die Freiburger Stadtbau muss weiter gestärkt werden. Viele Wohnungen in öffentlichem Besitz sind der zentrale Schlüssel zur Sicherung bezahlbarer Mieten. Dabei muss sichergestellt werden, dass bei der Schaffung von neuem Wohnraum die Quote von mindestens 50% sozialem Wohnungsbau eingehalten wird.

Außerdem muss bei großen Wohnungsblöcken, die aus der Mietpreisbindung fallen und/oder auf auslaufenden Erbpachtverträgen der Stadt stehen, geprüft werden, ob ein Kauf möglich und sinnvoll sein kann, um starke Mietpreissteigerungen zu verhindern und den Mietspiegel nicht weiter zu erhöhen.

Darüber hinaus setze ich mich auf Landesebene für die Gründung einer Landesgesellschaft Wohnen ein, um kommunale Wohnungsbaugesellschaften mit öffentlichen Mitteln gezielt zu stärken und langfristig besser auszufinanzieren.

Gleichzeitig trete ich für ein wirksames Wohnraumaufsichtsgesetz ein, dass Kommunen die notwendigen Instrumente an die Hand gibt, um konsequent gegen verantwortungslose Vermieter und spekulierende Investoren vorzugehen, die Immobilien verwahrlosen lassen.

Mein Grundsatz – Sanierung vor Neubau – heißt auch, dass wir bei Neubauprojekten genau hinschauen. Konkret bedeutet das für meinen Umgang mit dem geplanten Neubaugebiet auf der Zähringer Höhe: Das Bauprojekt ist aus ökologischen und sozialen Gesichtspunkten falsch. Mit mir kommt das Projekt auf den Prüfstand und wird, wenn es rechtlich und finanziell noch möglich ist, verhindert.

Wir müssen darüber hinaus prüfen, ob die Stadt Freiburg als Schirmherrin für einen Bürger*innen-Fonds fungieren kann, damit in Freiburg verfügbares Kapital in Freiburg investiert wird – für Mietshäuser-Syndikats-Projekte oder zur Unterstützung der Stadtbau, damit diese zur Refinanzierung bei Neubauvorhaben keine Eigentumswohnungen mehr verkaufen muss.

Außerdem wird die Bekämpfung von Wohnungslosigkeit im Fokus meiner Arbeit stehen. Auch in Freiburg gibt es viel zu viele Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben, aber das Recht auf Wohnen ist ein Menschenrecht. Deswegen entwickeln wir einen Aktionsplan zur Bekämpfung von Obdach- und Wohnungslosigkeit.

  • Bei Schaffung von neuem Wohnraum: Einhaltung der Quote von mindestens 50% gefördertem Mietwohnungsbau.
  • Gemeinwohlorientierten Projekten bei Neubau klar den Vorzug geben.
  • Dietenbach und Kleineschholz sozial und nachhaltig umsetzen.
  • Überprüfung des Bauprojekts Zähringer Höhe.
  • Ausbau des Referats für Bezahlbares Wohnen um Mieter*innen zu stärken, Leerstand zu verringern und Mietwucher auch in WGs konsequent zu verfolgen.
  • Wohngeldamt personell besser ausstatten damit Antragsprüfung beschleunigt wird.
  • Wohnungstauschbörse attraktiver gestalten und bekannter machen.
  • Ausbau von Mitarbeiter*innenwohnungen, insbesondere für Pflege- und Erziehungskräfte und weitere Wohnheime für Auszubildende.
  • Stärkung der Freiburger Stadtbau: Wohnungsbestand vergrößern, möglicherweise auch durch den Zukauf von bestehenden Erbpacht-Wohnungsbeständen.
  • Einsetzen von Förderprogrammen für Genossenschaften und gemeinwohlorientierte Bauträger.
  • Prüfung eines Bürger*innenfonds, damit gemeinschaftliche Wohnprojekte für mehr Menschen möglich werden.
  • Entwicklung eines Freiburger Aktionsplans zur Bekämpfung von Obdach- und Wohnungslosigkeit mit Akteuren der Stadt parallel zum Nationalen Aktionsplan bis 2030.
  • Förderung von Modellvorhaben zur Verbesserung der Situation von obdachlosen Menschen wie Housing First.
  • Nutzung der Wiedereinweisungsverfügung bei Wohnungskündigungen besonders für Familien mit Kindern.
  • Interessenvertretung in kommunalen Verbänden, um die finanziellen Mittel für die Daseinsvorsorge und die sozialen Dienste in Freiburg zu sichern.

Klimaanpassung und Klimaschutz, der allen nutzt

Klimaschutz muss im Alltag spürbar sein: mit mehr Grün, weniger Hitze, bezahlbarer Energie und einer Stadt, die sich auf die Folgen der Klimakrise vorbereitet.

Die Klimakatastrophe schreitet voran. Die Klimakrise trifft Freiburg bereits heute: Hitzesommer, Dürreperioden, Starkregenereignisse und der Verlust an Biodiversität gehören mittlerweile zum Alltag. Dadurch wird immer deutlicher: In unserer Stadt fehlen kühlende, schattige Grünräume und öffentliche Plätze, die auch bei Hitze Aufenthaltsqualität bieten.

Vor Ort in Freiburg haben wir die Verantwortung, unseren Teil beizutragen und mutig voranzugehen, wenn es darum geht, so schnell wie möglich klimaneutral zu werden und nachhaltig mit unseren Ressourcen umzugehen.

Als Oberbürgermeisterin möchte ich dafür sorgen, dass die Stadt die Voraussetzungen schafft, dass jede*r im Alltag klimafreundlich leben kann. Die Stadt muss mit ihren Gesellschaften selbst ihren Beitrag dazu leisten, Ressourcen und Energie zu sparen und Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Wirtschaft zu schaffen. Für die Klimaanpassung und den Artenschutz müssen mehr Grünräume geschaffen und langfristig erhalten werden. Darüber hinaus muss die Stadt eigene Gebäude und Flächen nachhaltig und zukunftsfest ausrichten – ökologisch, energieeffizient und ressourcenschonend.

Die wichtigsten Maßnahmen für das Klima sind eine bezahlbare und nachhaltige Wärmeversorgung auf Basis von Fernwärme und Wärmepumpen, sowie der Ausbau der erneuerbaren Energien, beispielsweise durch Solarstromproduktion auf den Dächern städtischer Gebäude. Für die Anpassung an den Klimawandel braucht es die Bereitstellung von finanziellen Mitteln aus dem städtischen Haushalt für Entsiegelung, Stadtbegrünung und klimaangepasste öffentliche Räume und Plätze – insbesondere in den hitzegeplagten Stadtteilen wie Stühlinger, Haslach, Weingarten und Landwasser, sowie in der Innenstadt.

Von einem grüneren, kühleren, klimaangepassten Freiburg profitieren nicht nur Menschen, sondern auch Tiere und Pflanzen. Ich möchte Biodiversität fördern, zum Beispiel durch tierfreundliche Stadtentwicklung (animal aided design), konsequente Maßnahmen gegen Lichtverschmutzung, eine progressive Baumschutzsatzung und innerstädtische Biotopvernetzung. Denn Freiburg kann auch beim Umweltschutz noch viel mehr.

Gesundheitsfürsorge und der Schutz von Mensch, Tier und Umwelt stehen gerade rund um Silvester besonders im Fokus. Privates Feuerwerk belastet Klima, Luftqualität und Natur erheblich. Deshalb setze ich mich als Oberbürgermeisterin für ein Verbot von privatem Feuerwerk ein. So leisten wir einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz, reduzieren Feinstaub und Müll, schonen Ressourcen und übernehmen Verantwortung für eine nachhaltige Stadt.

  • Sanierung und Aufstockung als erste Option, Abriss von Bestand und Neubau nur als letzte Option nach Prüfung der Auswirkungen.
  • Flächenversiegelung und graue Energie werden zu zentralen Kriterien bei Bauentscheidungen.
  • Einrichtung eines Klimaanpassungsfonds für Entsiegelungen, mehr Grün, Trinkbrunnen und Wasserorte in der Stadt.
  • Solaranlagen auf alle städtischen Gebäude.
  • Ausbau des Förderprogramms für die Begrünung von Gebäuden.
  • Fortführung der Klimaschutzoffensive der Stadt und Ausfinanzierung von wichtigen Klimaschutzprojekten.
  • Klimaneutrale Energieversorgung: sozial, schnell und für alle voranbringen.
  • Balkonsolar für Mieter*innen der Freiburger Stadtbau erleichtern.
  • Sanierungsoffensive für städtische Gebäude, insbesondere Schulen und Sporthallen.
  • Verankerung des Schwammstadt-Prinzips bei allen zukünftigen Bau- und Stadtplanungsprojekten.
  • Ausbau der Kreislaufwirtschaft und der Reparaturkultur durch Pilotprojekte.
  • Tier- und Artenschutz konsequent mitdenken bei der Stadtplanung.

Bildungsgerechtigkeit in Kita, Schule, Studium und Ausbildung

Jedes Kind und jeder junge Mensch soll in Freiburg faire Chancen haben. Von der Kita bis zum Schulabschluss, im Studium und in der Ausbildung.

Kinderarmut und geringere Bildungserfolge bei Kindern aus Haushalten mit niedrigen Einkommen sind leider auch in Freiburg noch immer Alltag. Die bisher ergriffenen Maßnahmen haben daran in den letzten Jahren viel zu wenig verändert. Bildungslücken und Hürden bei Bildungszugängen bestehen weiterhin. In der Folge verlassen zu viele Jugendliche die Schule ohne Abschluss und viele Kinder bleiben hinter ihren Möglichkeiten, Träumen, Wünschen und Zielen zurück. Junge Menschen verlieren Perspektiven auf ein gutes und selbstbestimmtes Leben, die Gesellschaft verliert Fachkräfte und kluge Köpfe für die Bewältigung gemeinsamer Aufgaben. Die Gesellschaft verschenkt somit einen Teil ihres Potentials und ihrer Zukunft.

Als langjährige Lehrerin an Haupt- und Werkrealschulen, zuletzt der Karlschule, und als Landesvorsitzende der GEW ist mir Bildungsgerechtigkeit besonders wichtig und der Antrieb meiner politischen Arbeit. Als Oberbürgermeisterin wird mein Ziel sein, dass jedes Kind in Freiburg einen Schulabschluss erreicht, damit der Start in ein selbstständiges Leben ermöglicht wird.

Kommunale Bildungsorganisation und Unterstützungsstrukturen müssen darauf ausgerichtet sein, Kinder und Familien frühzeitig zu stärken und Bildungschancen unabhängig von finanzieller Ausgangslage, Herkunft, gesundheitlichen und psychischen Problemlagen zu nutzen.

Für gerechte Bildungschancen müssen Angebote früh ansetzen und bis zum Schulabschluss konsequent fortgesetzt werden. Um das zu erreichen, möchte ich die frühen Hilfen stärken und den Zugang zur Kita durch ein gerechteres Gebührensystem günstiger machen. Damit entlasten wir Familien. Ich möchte außerdem stadtweit ein System der durchgängigen Bildungswegbegleitung für Kinder und Familien etablieren und mit aktiver und frühzeitiger Sprachbildung Hürden auf dem Bildungsweg schnell abbauen.

Der weitere Ausbau von gebundenen Ganztagsgrundschulen und Gemeinschaftsschulen sind ein Weg zu besseren Bildungschancen für viele Schüler*innen in Freiburg.

Auch nach dem Schulabschluss muss Unterstützung weiter zugänglich sein. Als ehemalige Studentin der PH weiß ich, dass Studieren in Freiburg Spaß machen kann, aber auch viele Hürden mit sich bringt. Als Oberbürgermeisterin möchte ich eng mit den Hochschulen und der Universität zusammenarbeiten und Studierende beteiligen, um die Kooperation von Stadt, Uni und Hochschulen zu verbessern und gemeinsam Projekte zu entwickeln. Aber auch für Auszubildende kann die Stadt mehr tun. Um ihnen bessere Teilhabe zu ermöglichen, werden wir ein Auszubildendenwerk gründen.

  • Kita-Qualität weiter steigern und Öffnungszeiten ausbauen.
  • Reform des Kita-Gebührensystems, die Familien entlastet und Gebühren senkt.
  • Weiterer Ausbau von gebundenen Ganztagsgrundschulen und Gemeinschaftsschulen.
  • Bildungsgerechtigkeit schon in früher Kindheit umsetzen und das Startchancen-Programm des Landes voll nutzen.
  • Für Bildungsgerechtigkeit in Stadtteilen mit besonderen Herausforderungen frühe Hilfen und heilpädagogische Angebote ausbauen und mehr Familienzentren für niederschwellige Unterstützung einrichten.
  • Aufbau von Bildungslots*innen-Konzept für mehr Bildungsbegleitung bis zum Schulabschluss.
  • Azubiwerk als Pendant zum Studierendenwerk.
  • Azubi-Rabatte bei städtischen Einrichtungen ermöglichen.
  • Azubi-BAföG-Wartezeiten verkürzen durch Stärkung des Amtes für Ausbildungsförderung.
  • Bessere Zusammenarbeit mit der Uni und den Hochschulen, stärkere Beteiligung von Studierenden.

Eine Stadt für alle

Freiburg soll eine offene, solidarische und barrierefreie Stadt sein, in der alle Menschen sicher leben und gleichberechtigt teilhaben können.

Als Oberbürgermeisterin werde ich Freiburgs Vielfalt aktiv als gelebte Normalität verteidigen und fördern. Ich bin nicht bereit, gesellschaftlicher Ausgrenzung, Verdrängung und Rechtspopulismus auch nur einen Millimeter nachzugeben. Im Gegenteil – mein Ziel ist die Schaffung einer demokratischen Stadtgesellschaft, in der alle ihren Platz finden. Jeder Mensch, der in Freiburg lebt, muss sich beteiligen können und in Sicherheit leben.

Als erste Frau an der Stadtspitze und als Kandidatin für ein breites Bündnis will ich, dass wir gemeinsam, in enger Zusammenarbeit mit Initiativen, Vereinen und den vielen ehrenamtlich Engagierten in unserer Stadt, Verbesserungen für alle erreichen.

Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bedrohen den sozialen Zusammenhalt. Gerade angesichts zunehmender rechter Mobilisierung und wachsender sozialer Spannungen dürfen wir uns nicht auf unserem Ruf als „weltoffene Stadt“ ausruhen. Den vermeintlich schwächeren Mitgliedern unserer Gesellschaft fehlen bis heute echte, gleichberechtigte Teilhabemöglichkeiten. Bisherige Beteiligungsmodelle sind oft kompliziert und nicht ausreichend repräsentativ – etwa wenn Veranstaltungen zu wenig barrierefrei sind oder Beteiligungsprozesse Menschen ohne akademischen Hintergrund kaum erreichen. Besonders Frauen, queere Menschen, Menschen mit Behinderung, Migrant*innen und Menschen in Armut erleben tagtäglich Ausgrenzung und allzu oft Gewalt. Diesen Gruppen fehlen Schutzräume und niedrigschwellige Angebote, die Teilhabe, Schutz und Empowerment ermöglichen. Beratungsstellen, Frauenhäuser und queere Projekte in Freiburg arbeiten am Limit. Prävention, Sozialberatung und Streetworkingangebote sind unterfinanziert und es fehlt an Strukturen, die bei sozialen und gesundheitlichen Problemen helfen.

Zur Verwirklichung einer gleichberechtigten Stadtgesellschaft brauchen wir einen Ausbau der Präventionsarbeit gegen Gewalt an Frauen und marginalisierte Personengruppen mit verlässlicher kommunaler Finanzierung statt kurzfristiger Projektmittel. Wir brauchen gleichberechtigte Beteiligung von Migrant*innen an der politischen Stadtgesellschaft. Freiburg muss eine Stadt sein, in der alle Kinder, Jugendlichen und erwachsenen Personen jeden Alters aktiv am öffentlichen Leben teilhaben können und bei Planungen mit einbezogen werden, unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Aufenthaltsstatus. Menschen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, werden in Freiburg im öffentlichen Raum zu oft eingeschränkt. Es muss im Fokus der Stadtplanung sein, den öffentlichen Raum für alle nutzbar zu machen und damit die Barrierefreiheit deutlich voranzutreiben. Der Behindertenbeirat muss als Beratungsgremium ernster genommen werden, wenn es um die Teilhabe und die Belange von Menschen mit Behinderungen geht.

  • Eine dauerhafte Absicherung für Frauenhäuser und Beratungsstellen.
  • Eine sichere Zukunft für die Beratungsstellen in der Basler Straße 8.
  • Eine funktionierende Ausländerbehörde als Welcome Center für Menschen und Brückenbauer zu Wirtschaft und Arbeitgeber*innen.
  • Migrant*innenselbstorganisation stärken, mehr Mitsprache für Migrant*innenbeirat durch Sitze in gemeinderätlichen Ausschüssen.
  • Freiburg-Pass als städtische Sozialkarte ausbauen und bekannter machen.
  • Behindertenbeirat als Beratungsgremium stärken.
  • Gegen die Bezahlkarte und sonstige stigmatisierende Symbolpolitik.
  • Queeres Jugendzentrum ohne Verzögerungen umsetzen.
  • Ausbau von Barrierefreiheit flächendeckend.

Sicherheit im öffentlichen Raum und Zuhause

Sicherheit entsteht durch Prävention, gute Sozialpolitik und gut gestaltete öffentliche Räume, damit sich alle Menschen in Freiburg sicher fühlen können.

Sicherheit ist ein Grundbedürfnis. Leider gibt es Orte in unserer Stadt, an denen sich nicht alle Menschen sicher fühlen. Öffentliche Parks und Plätze werden ab Anbruch der Dunkelheit von Teilen der Bevölkerung gemieden. Gleichzeitig werden die bestehenden Probleme von Rechts genutzt, um Diskurse zu befeuern, die nichts verbessern, sondern Stigmatisierung und Rassismus Vorschub leisten.

Darüber hinaus zeigt jede Statistik: Der gefährlichste Ort für Frauen und vulnerable Personen ist nicht der öffentliche Raum, sondern das eigene Zuhause. Dennoch sind Hilfsangebote und Beratungsstellen, die hier in Freiburg wertvolle Arbeit leisten, oftmals unterfinanziert und zu wenig ausgebaut.

Als jahrzehntelange Bewohnerin des Stühlinger kenne ich viele Probleme, aber auch bisherige politische Misserfolge zum Thema Sicherheit aus erster Hand. Als Oberbürgermeisterin will ich deshalb dafür sorgen, dass wir einen sachlichen Dialog anstoßen, der Probleme präzise benennt, ohne zu stigmatisieren. Ich werde Maßnahmen ergreifen, die wirklich helfen, damit sich möglichst alle Freiburger*innen zu jeder Zeit im öffentlichen Raum sicher fühlen können und Hilfe und Beratung bei Übergriffen im privaten Raum bekommen.

Der Schlüssel hierfür liegt in einer Ausweitung der Präventionsarbeit und einer guten Sozialpolitik für alle Freiburger*innen. Dazu ist es notwendig, dass wir Sicherheit ganzheitlich betrachten und präventive Angebote stärken, denn darin liegt nachgewiesenermaßen die größte und nachhaltigste Wirkung für mehr Sicherheit. Auch gilt es, Maßnahmen zu ergreifen, die den öffentlichen Raum für alle zugänglicher, sicherer und attraktiver gestalten. Dabei müssen die Bedarfe unterschiedlicher Gruppen solidarisch zusammen gedacht statt gegeneinander ausgespielt werden.

 

  • Aufwertung und Belebung von öffentlichen Plätzen durch Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität für verschiedene Personengruppen.
  • Ausbau von Sitzmöglichkeiten und mehr Mülleimer im öffentlichen Raum.
  • Verringerung von Angsträumen durch Maßnahmen wie Beleuchtung, Rückschnitt von Hecken.
  • Ausbau Straßensozialarbeit.
  • Tandem aus Mediation und Vollzugsdienst verstetigen.
  • Ausbau von Präventionsprogrammen gegen häusliche Gewalt und dauerhafte Absicherung von FRIG (Freiburger Interventionsprojekt gegen häusliche Gewalt).
  • Mehr Geld für die Umsetzung der Istanbul-Konvention.

Gute Arbeit und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

Freiburg braucht gute Arbeit, faire Löhne und eine Wirtschaft, die ökologisch, innovativ und sozial verantwortungsvoll wächst.

Freiburg hat mit der Universität, den Hochschulen und den vielen Forschungseinrichtungen ein starkes Umfeld für eine innovative Wirtschaft. Was fehlt, ist jedoch ein schlüssiger und langfristiger Plan für die nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft. In der Stadt gibt es kaum noch Gewerbeflächen, die wachsende Unternehmen nutzen könnten, um gute Arbeitsplätze und neue Innovationen hervorzubringen. Außerdem ist die Stadt aktuell zu langsam, wenn es darum geht, Menschen, die nach Deutschland kommen, um hier zu arbeiten, unbürokratisch in Betriebe zu vermitteln und Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen zu erteilen.

Als Oberbürgermeisterin will ich für gute Arbeit für die Freiburger*innen in einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Wirtschaft sorgen. Ich stehe für eine Wirtschaftspolitik, die Wachstum und soziale Verantwortung zusammen denkt. Gute Arbeit entsteht nicht von allein – sie braucht klare Rahmenbedingungen, verlässliche Planung und eine Stadtverwaltung, die ermöglicht statt bremst.

Notwendig dazu ist, dass alle Menschen, die arbeiten möchten, dies auch schnell und unkompliziert dürfen und dass wir darüber hinaus weiter daran arbeiten noch mehr zu einem Wissenschafts-und Wirtschaftsstandort zu werden, von dem Bürger*innen und Unternehmen profitieren.

Gewerbeflächen müssen planvoll weiterentwickelt werden. Dazu setze ich mich unter anderem für eine Umnutzung des Flugplatzes ein, wo auch Gewerbeflächen entstehen können, neben Sportflächen und einem “Urbanen Naturschutzgebiet”. Um eine bestmögliche Nutzung zu ermöglichen, werde ich einen Wettbewerb initiieren, der eine optimale Nutzung mit Gewerbe, Erhalt des unbebaubaren Magerrasens, Nutzung der versiegelten Flächen und Erhalt der Kaltluftschneise beinhaltet.

  • Flächen für Gewerbe planvoll weiterentwickeln, beispielsweise durch die Umnutzung des Flugplatzes.
  • Zusammenarbeit mit Universität und Hochschulen ausbauen und Gründungen unterstützen.
  • Standortfaktoren stärken: Betriebswohnungen, sowie einfache und unbürokratische Fachkräftegewinnung ermöglichen.
  • Tariftreue bei städtischen Vergaben umsetzen.
  • Innenstadt, Stadtteilzentren und Ortschaftskerne durch attraktiven öffentlichen Raum beleben.

Verkehrswende und gute Mobilität für alle

Mobilität in Freiburg soll sicher, bezahlbar und alltagstauglich sein. Mit besserem ÖPNV, sicheren Rad- und Fußwegen und weniger Barrieren.

Freiburg wächst – und damit auch die Anforderungen an Mobilität. Rad- und Fußwege, Buslinien, Stadtbahn und Breisgau-S-Bahn müssen dazu weiter ausgebaut werden, um den Bedarf an nachhaltiger Mobilität zu decken. Insbesondere die Stadtränder sind bisher nicht gut angebunden und den Menschen fehlen verlässliche Alternativen zum Auto. Gleichzeitig führt der Autoverkehr zu Staus, Lärm und Flächenkonflikten. Für Radfahrende und Fußgänger*innen ist oft zu wenig Platz, dadurch sind die Wege zu unsicher. Insbesondere für Kinder, Senior*innen und Menschen mit Behinderung wird Mobilität damit zum Sicherheitsrisiko.

Bisher richtet sich die Verkehrsplanung oft nur nach den Verkehrswegen von Männern. Aber Mobilität ist deutlich vielfältiger. Frauen übernehmen in unserer Gesellschaft noch immer den größten Teil der Sorgearbeit, zum Beispiel für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige. Deshalb haben sie andere Anforderungen an Mobilität. Auch Menschen mit Behinderungen haben besondere Bedürfnisse, die stärker berücksichtigt werden sollten. Sie müssen gute barrierefreie Bedingungen vorfinden, um sich im öffentlichen Raum sicher bewegen und aufhalten zu können. Verkehrswege müssen so gestaltet werden, dass insbesondere Familien, Kinder und alte Menschen diese nutzen und sich im öffentlichen Raum sicher aufhalten können.

Als Oberbürgermeisterin stehe ich für eine geschlechter- und generationengerechte Verkehrsplanung, welche die Mobilität aus Perspektive der Nutzenden denkt und Mobilitätswege von Gruppen in den Mittelpunkt stellt, die besonders geschützt werden müssen. ÖPNV, Rad- und Fußverkehr sind die Verkehrsmittel der Zukunft für die Breite der Gesellschaft. Ihre Nutzung muss einfach, sicher und für jede Person bezahlbar sein.

Große und kleine Lieferverkehre müssen neu geordnet werden und Anfahrten über logistische Umschlagzentren und Abholstellen reduziert werden. Gleichzeitig müssen Handwerk und Pflege ihre wichtigen Dienstleistungen überall gut ausüben können. Dafür brauchen sie in der Regel ihre Fahrzeuge, deshalb setze ich mich für Parkmöglichkeiten für Handwerker*innen und Dienstleister*innen ein.

Priorität hat der Ausbau eines verlässlichen, barrierefreien und leistungsfähigen ÖPNV, kombiniert mit sicheren Rad- und Fußwegen, fairen Parkregelungen und Mobilitätsangeboten, die sich an den Bedürfnissen aller Bevölkerungsgruppen orientieren. Neben dem Ausbau des Stadtbahnnetzes muss das Busnetz gestärkt werden durch neue Linien, schnellere Expresslinien und gut ausgebaute Haltestellen.

Zur Finanzierung des ÖPNV bietet das Land Baden-Württemberg den Kommunen die Einführung eines Mobilitätspasses an. Dieses freiwillige Instrument möchte ich nutzen und mich beim Land für die Einführung einer Arbeitgeberabgabe stark machen.

  • konsequente Umsetzung des Klimamobilitätsplans des Landes, der Freiburgs Mobilität mit umfangreichen Einzelmaßnahmen klimafreundlich umbaut.
  • Umfassender Straßenbahnausbau.
  • Engagierter Einsatz für Verbesserungen bei der Breisgau S-Bahn.
  • Schaffung weiterer Buslinien, wie Westrandbus und Expressbusse zwischen Ortschaften und Innenstadt.
  • Ausbau des Radwegenetzes auch ins Umland durch Lückenschließung, Verbreiterung der Wege und mehr Radschnellwege.
  • Gerechte Parkgebühren: Kleine Pkw zahlen weniger als große.
  • Kostenlose Parkmöglichkeiten für Handwerker*innen und Dienstleister*innen wie Pflegedienste.
  • Verkehr sicherer gestalten durch eine autofreie Rempartstraße, Schulstraßen und Schulzonen.
  • Wetterfesten und barrierefreien Ausbau der Haltestellen.
  • Mobilität stärker aus Sicht von Kindern, Frauen, Familien und Menschen mit Behinderung denken.
  • Mobilitätspass einführen, wenn Arbeitgeberabgabe auf Landesebene möglich gemacht wird.
  • Sozialticket für den ÖPNV günstiger machen.
  • Das Freiburger Wahrzeichen für alle: Barrierefreier Zugang zum Münsterplatz.

Vielfältige Kunst und Kultur

Kultur ist kein Luxus, sondern Teil des Zusammenhalts. Freiburg braucht Räume, Förderung und Perspektiven für freie Szene, Nachtkultur und kulturelle Vielfalt.

Kultur ist wichtig – für ein demokratisches Zusammenleben, für eine starke Innenstadt, für Tourismus, aber auch als Standortfaktor für Arbeitgeber*innen. Freiburg verfügt über eine vielfältige Kulturszene, die von großen Institutionen über freie Künstler*innen bis hin zu einer lebendigen Sub- und Nachtkultur bespielt wird. Doch diese Vielfalt steht unter Druck. Der steigende Raum- und Mietendruck schränkt Kunst und Kultur ein, besonders für junge Kulturschaffende und Projekte der Off-Szene. Viele Initiativen finden keine bezahlbaren Orte zum Arbeiten, Proben oder Auftreten. Gleichzeitig fehlt es an einer verlässlichen Förderung für kulturelle Experimentierräume, die Innovation, Diversität und gesellschaftlichen Austausch erst möglich machen. Auch die Nachtkultur ist durch Konflikte um Lärm, Flächen und Sicherheit belastet, während der öffentliche Raum noch zu wenig als Kulturraum genutzt wird. Die Erinnerungskultur Freiburgs braucht weiterhin starke Impulse, damit demokratische Werte, historische Verantwortung und lokale Perspektiven für alle zugänglich gemacht werden können und bleiben.

Als Oberbürgermeisterin setze ich mich für eine Stadt ein, in der Kultur kein Luxus ist, sondern Teil des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Als jemand, die Kultur seit vielen Jahren als verbindende Kraft erlebt, weiß ich, wie wichtig Freiräume für Kreativität, Begegnung und demokratischen Austausch sind. Kultur braucht Raum, Planungssicherheit und Wertschätzung, und das gilt für die freie Szene genauso wie für etablierte Häuser, für Clubs, Museen, Erinnerungsorte und für Kunst im öffentlichen Raum und im Alltag der Menschen.

Kultur wird von Menschen gemacht. Als Gewerkschafterin weiß ich: Menschen können ihre Kreativität erst dann voll einbringen, wenn sie fair entlohnt und sozial abgesichert sind. Deshalb müssen Zuschüsse im Kulturbereich dynamisiert sein und eine faire Bezahlung ermöglichen.

Zentrale Priorität hat für mich die Sicherung und Schaffung kultureller Freiräume, unter anderem durch einen Kulturraumfonds. Die Nacht- und Subkultur soll durch tragfähige und dynamisierte Kulturförderung gestärkt werden.

Kunst und Kultur im öffentlichen Raum sowie die Weiterentwicklung Freiburgs als Architekturstandort sollen gezielt gefördert werden. Kultur wirkt dabei als gesellschaftlicher Kitt, der Menschen unabhängig von Herkunft, Alter oder sozialem Hintergrund verbindet und Zusammenhalt stärkt.

  • Kulturraumfonds für Freiräume einrichten.
  • Fortführung der Dynamisierung der Kulturförderung.
  • Lebendige Nacht- und Subkultur fördern.
  • Lösung für die Raumsituation der Kulturprojekte in der unteren Haslacher Straße.
  • Dezentrale Kulturorte und Treffpunkte auch in den Stadtteilen unterstützen.
  • Errichtung einer Musikzentrale als Vernetzung, Probe- und Auftrittsort für Musikschaffende.
  • Im Stadtteil Dietenbach Möglichkeit schaffen für mehr Kultur und Kunst im öffentlichen Raum.
  • Dauerhafter Kulturbus von und nach Mulhouse und Colmar.
  • Schnellstmögliche Erstellung Nutzungskonzept Stadthalle für Wiedereröffnung für kulturelle und gesellschaftliche Nutzung

Soziales, Beteiligung, Digitalisierung und effiziente und bürgernahe Verwaltung

Die Stadt muss einfacher, schneller und verständlicher werden. Mit einer Verwaltung, die hilft, statt zu bremsen, und Beteiligung, die wirklich etwas bewirkt.

Eine gute städtische Verwaltung und demokratische Beteiligungsmöglichkeiten sind das Rückgrat einer funktionierenden Stadtgesellschaft. Zudem sind sie Aushängeschild und entscheidend für die Zufriedenheit der Bürger*innen und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie leisten damit auch einen wichtigen Beitrag, dass Menschen Vertrauen in unsere Demokratie und unser staatliches System haben und die Stadt mitgestalten können. Viele Prozesse sind bisher für Menschen zu bürokratisch, nicht nachvollziehbar und aufwändig, wodurch immer wieder Unzufriedenheit produziert wird.

Als Oberbürgermeisterin möchte ich Verwaltung und Beteiligung im Sinne der Bürger*innen und der städtischen Beschäftigten weiterentwickeln und verbessern. Dazu gehören für mich transparente Prozesse und eine Verwaltung, die in möglichst einfachen Verfahren Dienstleistungen – gerade auch sozialer Art – für die Freiburger*innen erbringt. Die Digitalisierung muss weiter vorangetrieben werden, ohne Menschen ohne digitale Teilhabe auszuschließen. Von besonderer Wichtigkeit ist auch, dass die Prozesse in der Ausländerbehörde weiter verbessert werden, um den Start und das Ankommen in Freiburg für migrierte Menschen so einfach wie möglich zu machen.

Notwendig ist, dass insbesondere bei den sozialen Unterstützungsleistungen die Prozesse vereinfacht werden. Mit zunehmender Digitalisierung und Vereinfachung sollen Anträge schneller bearbeitet werden, damit Hilfe zeitnah dort ankommt, wo sie dringend gebraucht wird. Hier soll der bereits existierende Freiburg-Pass als städtische Sozialkarte die einfache und schnelle Gewährung von Sozialleistungen wie Wohngeld, BaFöG und Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket ermöglichen. In allen Bereichen sollen die Vorteile der Digitalisierung den Beschäftigten der städtischen Verwaltung und Bürger*innen gleichermaßen zugutekommen und mittelfristig helfen, Aufwand und Gebühren abzusenken.

Beteiligungsprozesse müssen noch transparenter und zugänglicher sein, Grenzen und Wirkung klarer aufzeigen und auch direktdemokratische Elemente enthalten.

Jugendliche in Freiburg müssen stärker gehört werden. Ich will die Jugendbeteiligung strukturell stärken, indem wir bestehende Beteiligungsformate ausbauen und ihnen echtes Mitspracherecht bei städtischen Planungen geben bei Themen wie etwa bei Schulentwicklung, Mobilität, Freizeitflächen oder Klimaschutzmaßnahmen. Denn wer früh erlebt, dass Engagement etwas bewirkt, bleibt unserer demokratischen Stadtgesellschaft dauerhaft verbunden.

 

  • Digitalisierung der Verwaltung vorantreiben, um Abläufe effizienter zu machen, Beschäftigte zu entlasten und den Service für Bürger*innen zu verbessern.
  • Freiburg-Pass als städtische Sozialkarte ausbauen und bekannter machen.
  • Proaktive Beratung bei Hilfeanträgen stärken.
  • Kinder- und Jugendbeteiligung stärken und ausbauen.
  • Beteiligungsprozesse zentral dokumentieren, um Transparenz und Verbindlichkeit zu sichern.

Sport, Bewegung und Gesundheit

Freiburg braucht gute Sportflächen, starke Vereine und mehr Prävention für alle Generationen.

Sportflächen, Bäder und Bewegungsräume werden durch Bevölkerungswachstum und Flächendruck zunehmend überlastet. Gleichzeitig steigt das Bedürfnis der Menschen nach Bewegung, Gesundheit und wohnortnahen Angeboten. Sport, Bewegung und Bäder sind ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsvorsorge und Lebensqualität einer Stadtgesellschaft. Vereine, Schulen und Freizeitgruppen halten die Stadtgemeinschaft zusammen, konkurrieren allerdings zu oft um knappe Räume und Ressourcen. Viele Sportstätten sind in die Jahre gekommen. Kick- und Sportplätze, Bewegungs- und Erholungsräume stehen in Konkurrenz zu vielen anderen Bauprojekten.

Als Oberbürgermeisterin setze ich mich für eine Sportstadt ein, die Bewegung für alle ermöglicht: im Verein, in der Schule oder im Alltag. Sport ist Gesundheitsvorsorge, Integrationsfaktor und steigert die Lebensqualität. Deshalb braucht Freiburg mehr moderne, zugängliche und klimaangepasste Sport- und Bewegungsräume. Bestehende Sportflächen möchte ich erhalten und effizienter nutzen. Priorität hat dabei die Sicherung und Weiterentwicklung der bestehenden Sportflächen insbesondere im Süden und im Freiburger Westen. Öffentliche Bewegungsräume müssen weiter aufgewertet werden, um in ihrer Qualität der wachsenden Stadt zu entsprechen.

Sport und Bewegung verstehe ich als zentralen Baustein einer modernen Gesundheitspolitik. Durch Prävention entlasten wir das Gesundheitssystem und schaffen faire Gesundheitschancen für alle Generationen. Dabei ist es wichtig, dass wir die mentale Gesundheit der Menschen stärker in den Fokus unseres politischen Handelns stellen. Mentale Gesundheit wird gefördert durch Gemeinschaft, Teilhabe und niedrigschwellige psychosoziale Angebote. Beratungsangebote möchte ich stärker in die Unterstützung von Studierenden und Azubis und die Quartiersarbeit integrieren.

Angesichts des demografischen Wandels braucht es eine klare kommunale Altersstrategie, um Teilhabemöglichkeiten und Lebensqualität im Alter langfristig zu sichern. Für und mit älteren Menschen entwickeln wir eine Altersstrategie mit Begegnungsmöglichkeiten, Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements, wohnortnaher Beratung, verlässlicher Pflegeinfrastruktur und generationenübergreifenden Angeboten für ein gesundes, selbstbestimmtes Leben.

  • Öffentlich zugängliche Ballsport- und Bewegungsmöglichkeiten.
  • Planung und Sicherung von neuen und alten Sportflächen insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt der Klimaanpassung.
  • Bereitstellung von kühlenden Grünflächen und einer allgemeinen Aufwertung öffentlicher Räume.
  • Erhalt aller Bäder in Freiburg.
  • Sanierung der Eishalle schnell umsetzen, um so den Breitensport zu stärken und Jugendarbeit abzusichern.
  • Förderung und organisatorische Stärkung von Vereinen.
  • Einfache aber bedarfsgerechte Neuordnung und Umsetzung der Sportparks West und Süd.
  • Ausbau von Beratungsangeboten zu mentaler Gesundheit.
  • Entwicklung einer Altersstrategie.
  • Suchtprävention ausbauen

Stadtteile mit Zentrum, Ortschaften mit Charakter, Nachbarschaften mit Zusammenhalt

Der Alltag entscheidet sich vor Ort: Freiburg braucht starke Stadtteile, lebendige Nachbarschaften und Ortschaften, in denen man sich begegnen und gut versorgen kann.

Stadtteile, Ortschaften und Nachbarschaften sind die zentralen Bezugsorte der Freiburger*innen. Die Bedarfe der Quartiere sind dabei sehr unterschiedlich, aber fast überall fehlt es an Begegnungsräumen, Treffpunkten für Jugendliche und Freizeitflächen. Öffentliche Plätze sind in die Jahre gekommen. Die Jugendarbeit und Quartiersarbeit sind nicht überall ausreichend ausgestattet, obwohl sie immer mehr Menschen zur Seite stehen müssen, auch um Einsamkeit entgegenzuwirken.

Als Oberbürgermeisterin möchte ich alle Quartiere und vor allem ihre Nachbarschaften stärken, nah an den Bedürfnissen aus den Quartieren dran sein und Orte der Begegnung fördern. Jede Ortschaft und jeder Stadtteil soll mit ihrem spezifischen Charakter erhalten bleiben – mit lebendigen und attraktiven Stadtteilzentren und Ortsmitten, mit guter Nahversorgung, Verkehrsanbindung und sozialen Angeboten. Hier können auch städtische Aktionstage, Straßenfeste und das Feiern internationaler Feiertage zu belebten Nachbarschaften beitragen. Die Quartiersarbeit und die Schulen in einem Stadtteil müssen in ihrer Rolle und Arbeit ganz klar gestärkt werden.

Im Fokus meiner Arbeit stehen eine finanzielle und konzeptionelle Stärkung der Quartiersarbeit, ein unkompliziert verfügbares Budget für kleinere Verbesserungen vor Ort, eine konsequente Stadt-der-kurzen-Wege-Politik sowie eine starke Präsenz der Verwaltung mit ihren Dienstleistungen gerade auch in den Ortschaften. In allen Quartieren braucht es Jugendzentren, ausreichend Begegnungsräume und Unterstützung von Nachbarschafts- und Ehrenamtsprojekten.

  • Finanzielle und konzeptionelle Stärkung der Quartiersarbeit: Was die Menschen vor Ort bewegt und ihre Anliegen müssen in der Verwaltung und dem Gemeinderat wahrgenommen werden.
  • Strukturelle Stärkung der Vereine vor Ort, um das vielfältige Ehrenamt zu unterstützen.
  • Unkompliziert erreichbares Budget für kleine Maßnahmen in Stadtteilen und Ortschaften.
  • Zusammenarbeit mit Initiativen und Akteur*innen aus dem Stadtteil, u. a. Bürgervereinen intensivieren, um die Bedarfe der Stadtteile besser im Blick zu haben.
  • Stadt der kurzen Wege: Arbeiten, Wohnen, Einkaufen und Leben auf kleinem Raum zur Erleichterung des Alltags.
  • Nahversorgung in Ortschaften sichern (d. h. Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf in den Stadtteilen und Ortschaften, Stärkung von Wochenmärkten.
  • Multiprofessionelle Stadtteilgesundheitszentren mit Beratungs- und Präventionsangeboten zu Fragen rund um körperliche und seelische Gesundheit

Dieses Programm ist meine Vision für Freiburg.

Ich habe viel vor und bin hochmotiviert allen Freiburger*innen zu zeigen, dass wir mehr können! Doch dafür brauche ich Sie. Wenn Sie sich von meinem Programm angesprochen fühlen, freue ich mich sehr, wenn Sie Ihren Freund*innen, Arbeitskolleg*innen und Nachbar*innen von meiner Kandidatur erzählen. Sehr gerne lade ich dazu ein, mir auch in den sozialen Netzwerken zu folgen, um bei meinem Wahlkampf auf dem Laufenden zu bleiben! Ich freue mich auf viele Begegnungen, Gespräche, Aktionen und Veranstaltungen in den nächsten Monaten und würde mich sehr über Ihre Stimmen am 26. April 2026 freuen.